better left unsaid?
die haare sind ab, schon seit zwei wochen, aber langsam gewöhne ich mich dran, auch wenn sie im tagesgebrauch eher nach extremo-siebziger-he-man aussehen denn haarwachsmodell. naja, wie auch immer.
ich lag heute morgen wieder wach, weil zum n-ten mal der ganze bisher angesammelte frust über mein und "deren" verhalten hochkam und ich mir wieder mal wünschte, entweder tot zu sein oder anders gehandelt zu haben. ich weiß immer noch nicht genau, was ich jetzt eigentlich für stine empfinde, aber ich ärgere mich zumindest ihrer aussage zufolge übermäßig über ihren ton (der ja oft ziemlich direkt bis zackig ist). ich versuche im moment, das an engagement zu reduzieren, was nicht unbedingt nötig ist (sprich haushalt), um es durch gesteigerten aktivismus in den wichtigen bereichen (sprich arbeitssuche) zu ersetzen. ich hoffe, es kommt a) nicht zu spät und wird b) wirklich etwas verändern. es fällt mir so schwer, stine zu lieben, weil sie oft so kratzbürstig und selbstgerecht ist und es manchmal so schwer ist, mit ihr zu diskutieren, ohne dass wir uns gegenseitig fundamentalismus/unreife/voreingenommenheit vorwerfen. sie findet das gar nicht so dramatisch, aber ich vermisse eben an ihr eine gewisse (!) anschmiegsamkeit und sensibilität, die ich bei anderen frauen zu beobachten meine. ist schon klar, dass das alles nicht aus dem nichts kommt, aber deswegen muß es mir ja trotzdem nicht gefallen. und ich habe immer noch jedes mal ein schlechtes gefühl, wenn ich anderen leuten von unseren "übereinkünften" erzähle und die auch nur schief grinsen, wenn es um manche von stines vorstellungen geht (die ich natürlich nach außen hin verteidige, auch wenn ich mir selbst dabei keineswegs immer sicher bin). sprich, es sind eine menge dinge entweder nicht zu ende diskutiert oder - von mir - gar nicht ausgesprochen worden. deswegen bin ich immer noch pornosüchtig, weil mir zumindest das als droge bleibt, um den turm an ungelösten problemen kurzzeitig zu vergessen. das dumme ist, dass das nicht auf dauer helfen wird, selbst wenn wir zu hause bald dsl haben werden und stine wieder arbeitet. es ist reine raffgier und sucht, mehr nicht. und einer der letzten schlupfwinkel für mich - aber letztlich eben nicht mal das. ich habe ein dummes gefühl bei der sache, weil ich insgeheim nicht sicher bin, ob es halten wird, selbst wenn ich mal alles ausspreche, was mich seit schweden in dieser beziehung von stine fernhält. es ist immer noch alles sehr auf schönwetterbetrieb in mir eingestellt, fast egal, um was es geht. und dadurch, dass sie einfach dominant ist, so sehr sie das in gewissen bereichen auch nicht sein möchte (arbeit!), kann ich selbst es nicht oder nur unter großen anstrengungen sein. und das ist ein punkt, der mir angst macht, weil ich eine ziemlich genaue vorstellung davon habe, wie das mit einer insgesamt sanfteren und selbstsichereren frau wäre.
zeit für die (zwangs-?)optimistische "bottom line": es gibt nur diese realität. ich habe eine beziehung und ein eigenes und ein geliehenes kind, und all das heißt verpflichtung und verantwortung. aber wenn es nur noch das ist? kann man das überhaupt beeinflussen? und bin ich überhaupt in der lage, das zu würdigen und anzunehmen, was die mir alle zu geben haben?
hoffen wir's mal. eigentlich möchte ich nämlich nicht, dass das gewitter irgendwann losbricht und dann doch alles nicht so gut war.


